HOMTOM HT20 Review – 4.7 inch MT6737M Quad Core IP68 Smartphone – Outdoor Handy im Test

Der chinesische Hersteller HOMTOM stellte dieses Smartphone für einen Test zur Verfügung. Wissbegierige und Neugierige erfahren beim Weiterblättern technische Details und Eindrücke zum HOMTOM HT20.

 

Der Überblick

  • Das HOMTOM HT20 verwendet ein 4.7 ZollIPS Display mit einer HD Auflösung von 720 x 1280 Pixel.
  • Im Inneren werkelt ein MediaTek MT6737M Chipsatz, der eine 1.3GHz Quad-Core CPU und eine mit 600 MHz getaktete Dual-Core GPU Mali-T720 MP2 nutzt.
  • Der 3500 mAh Li-Ion-Akku ist entfernbar und kann durch das mitgelieferten Stecker Ladegerät mit 5V / 1A in etwa 4h aufgeladen werden.
  • Auf der Rückseite des Gerätes gibt es eine 8 Megapixel (nativ) Kamera. Die Selfie Kamera verwendet einen 1.9MP (nativ) Kamera Chip.
  • Der Hersteller verwendet bei der Angabe zur Schutzklasse die IP68 Klassifizierung (Schutz gegen dauerndes Untertauchen), entsprechend robust ist das Gehäuse ausgeführt.
  • Ein 2GB LPDDR3, Single-Channel-RAM mit 640 MHz und 16GB internen Speicher eMMC werden als Speicher genutzt. Letzterer ist erweiterbar.
  • Das Smartphone verfügt über einen rückseitigen Fingerabdruck-Sensor.
  • Ausgeliefert wird es mit Android 6.0 Marshmallow, unterstützt 4G LTE Cat. 4 Netzwerke, Wi-Fi 802.11 b / g / n, Bluetooth 4.0, etc.

Das Unboxing

Das HOMTOM HT20 wurde in einer schwarzen Box aus Pappe geliefert, die mit dem Hersteller Logo und Modell Namen versehen ist. Auf der Rückseite befinden sich alle wichtigen Infos, einschließlich der erforderlichen CE Hinweise.

Die Geometrie und das Gewicht

Die Nutzung der Oberfläche durch das aktive Display ist bei dem HOMTOM HT20 klassentypisch gering. Deutliche Abweichungen von den Angaben des Herstellers zu den Abmessungen gibt es nicht (vergleiche Tabelle Übersicht).


Das “Screen-to-body ratio” beträgt 52.9%

Parameter unter kritischem Blick

Der Vergleich

Der Vergleich mit einigen ähnlichen Smartphones bietet sich natürlich an, da nicht nur der dort verwendete Prozessor der gleiche ist, sondern auch dieses der Kategorie „Budget Phone“ zugeordnet werden kann. Bewertet werden das Display bezüglich Leuchtstärke und Schwarzwert. Die Menge der funktionsfähigen Codecs, die Performance und der Akku. Natürlich unterliegen solche Messungen auch Schwankungen und bilden lediglich die Basis für einen Vergleich. Den Prüfling taktet HOMTOM nicht mit maximalen Frequenz des SoCs, übersteuert nicht die Helligkeit (Schwarzwert) des Displays und verwendet vergleichsweise einen relativ leistungsfähigen Akku.

*) Maß für die Lichtstärke des Displays Lux

Das Gehäuse – die Verarbeitung

Makroblicke

Nach einem Wasserbad drang durch die Lautsprecheröffnung Wasser in das Innere des Lautsprechers.

Liebhaber der Dual SIM Standby Technik müssen nicht auf die unter Android 6.0 vorhandene flexible Speichererweiterung mittels TF Karte verzichten, denn es existieren drei separate Plätze für 2 x Mikro SIM  und 1x TF Speicher Karte.

Das Gehäuse

  • Bei dem Versuch, die Bedingungen der IP68 (dauerhaft unter Wasser) zu erfüllen geht einiges schief.
  • Die abdichtende Rückwand muss nach dem Einlegen der SIMs und der Speicherkarte mittels 10 kleinen Schrauben gut verschlossen werden.
  • Diese drückt dann auf eine großflächige Dichtung im Inneren des Gehäuses, welches verhindern soll, dass Wasser eindringt. Anschließend muss man diese Verschraubungen noch durch Gummistöpsel verschließen.
  • Die Anschlüsse sind mit gummiartigen Abdichtungen ausgerüstet. Diese schließen gut und lassen sich auch ohne Werkzeug öffnen.
  • Die Lautsprecheröffnung wird in der Rückwand durch einen gazeartigen Verschluss geschützt dessen Wirkung aber gering ist.
  • Ob die Kamera und der Fingersensor wasserdicht sind, konnte nicht ermittelt werden. Ein Rostschutz gibt es für den Sensor nicht.
  • Zu dem 221g Gewicht tragen natürlich das Metallchassis und der relativ große Akku bei.
  • Die Kamera sitzt mittig und ist nicht zu nah am Rand positioniert.
  • Kopfhörerbuchse sitztoben links. Die Micro USB Buchse unten mittig.
  • Die beiderseitig im Rahmen sitzenden runden Polycarbonat Einlassungen erhöhen die Griffsicherheit und schützen außerdem die rechts sitzenden Tasten (Lautstärke/Einschalter).
  • Das Mikrofon sitzt unten an der Vorderseite.
  • Die drei Touch Tasten sind nicht hinterleuchtet. Es gibt diese nicht auch als Hardwaretasten, so dass eine Bedienung unter Wasser unmöglich ist.
  • Der gut reagierende Fingersensor befindet sich auf der Rückseite.
  • Zwei Mikro SIMs und TF Speicherkarte können in jeweils separate Aufnahmen eingelegt werden.
  • Das Hersteller Logo ist permanent auf der Rückwand aufgebracht, nicht jedoch Modellbezeichnung oder CE Zeichen.

Das Display

Gemäß Herstellerangaben wurde ein IPS HD Sharp Display verbaut. Bedeckt wird das Display mit einer Gorilla Deckglasschicht. Die auf der Basis des AnTuTu Videotest durchgeführten Messungen zeigten gute Helligkeitswerte, die auch in der Praxis bei für eine gute Erkennbarkeit des Displays sorgen. Der relativ niedrige Wert für Schwarz garantiert auch eine gute Seitenblickstabilität der Farben. Auch bei diesem HD Display sind im normalen Betrachtungsabstand keine Pixel erkennbar. Auch ist es gleichmäßig ausgeleuchtet und Clouding oder Pixelfehler konnten nicht beobachtet werden. Die automatische Helligkeitssteuerung arbeitet korrekt.Der Test in völliger Dunkelheit verläuft perfekt.
Die Messwerte wurden mit einem Luxmeter bei voller Helligkeit des Displays und den Testbildern des AnTuTu Display Test gemessen. Ein hoher Wert ist besser, nicht aber bei Schwarz. Da wären 0 Lux ideal.
Das Display wird mit 50Hz angesteuert.

Mit den 5 Fingern Touch Screen lässt sich der Touch komfortabel bedienen. Dieses Handy unterstützt nicht die drahtlose Übertragung des Displays, sprich Miracast.

Messwerte im Video und in der Vergleichstabelle

Der AnTuTu Videotest

Auch hier zunächst einmal zur Erläuterung: Dieser Test versucht 30 verschiedene eingebettete Bild- und Toncodierungen in einem Testvideo zu simulieren und prüft deren Darstellbarkeit. Ein hoher Score Wert ist besser.

Die Menge der funktionsbereiten Codecs ist zwar klassentypisch, aber nicht sonderlich berauschend. Keine Sorge, alle üblichen Videos sind also problemlos abspielbar. Jedoch kann es bei etwa ungewöhnlichen Kodierungen auch schon einmal zu einem Versagen führen.

Die Performance – Speicher – System

Der MediaTek MT6737M Chipsatz ist ein 64-Bit-System Chip, der typischerweise für Einstiegsgeräte verwendet wird. Die M-Version des SoC ist die 1248MHz Version des Prozessors. Das AnTuTu-Ergebnis von 29.458 ist im Vergleich zu dem auf dem MT6737 SoC basierenden Vergleichsmustern eher durchschnittlich.

Das HT20 ist mit 2GB Single-Channel, LPDDR3 RAM, getaktet bei 640MHz ausgestattet. Nutzt man parallel viele Apps, dann kann man schon mal an die Grenze der Leistungsfähigkeit stoßen. Aber für den Alltagsbetrieb reicht es, jedenfalls konnten wir keine Beeinträchtigungen feststellen.

Es wird ein 16GB großer eMMC Speicher verwendet dieser kann durch die TF Speicherkarte erweitert werden. Obwohl der Chipsatz eMMC Typ 5.0 unterstützt lassen sich dazu keine offiziellen

AnTuTu/ Geekbench 4 / Workperformance

Die Speicheraufteilung und Performance

Der Akku

Die oft gestellte Frage “Wie gut oder wie schlecht ist der Akku”?

Zunächst die Fakten, der Hersteller verwendet einen  3500mAh (3.8V) starken Li-Ionen Akku. Realistischer aber ist die Angabe einer Nennkapazität von 13.3Wh bei 4.35V. Bei der Verwendung des mitgelieferten Netzteils und einem ausreichend dimensionierten Kabels wird dieser mit etwa 0.85A (5V) geladen. Daraus resultieren Ladezeiten von etwa 3,5h. Die Batterie-Management-Tools sind Standard-Android 6.0 Marshmallow Werkzeuge.

Die 13.3Wh Angabe ist also realistisch. Nach einer Tiefentladung konnten 3.076mAh mit 5V nachgeladen werden.

Wie weit man damit kommt, bestimmen wesentlich die eingestellte Display Helligkeit, die Dauer der aktiven Anzeige und natürlich auch die Nutzung sehr Prozessor intensiv nutzenden Apps. Eine extreme Erwärmung konnte ich weder bei der Nutzung noch beim Aufladen des Gerätes beobachten.

Die Messwerte eines sehr praxisnahen Akku Test (WORKBENCH) brachte diese Ergebnisse (vergleiche auch Tabelle). Die Helligkeit des Displays wurde vorher auf 200 Lux justiert. Ein Blick auf die Vergleichstabelle zeigt, dass das HOMTOM ein vergleichsweise akzeptables Ergebnis liefert. Damit kommt man sicher über den Tag.

Die Empfänger

2G/3G/4G

Die Empfindlichkeit des Empfangs ist gut. Ein LTE Empfang innerhalb des Gebäudes problemlos möglich.

Frequenzen — komplette Palette (siehe Tabellen Übersicht)

Das WLAN – gute Empfangsleistungen

Erster Stock Beton Decke 5m Entfernung

 

Auffallend ist die gute Empfindlichkeit des Wi-Fi Empfängers.

Globales Navigationssatellitensystem

HOMTOM nutzt die Fähigkeiten des SoC und erzielt damit auch ein akzeptables Ergebnis. Empfangen werden GPS/A-GPS Signale. Die erzielte Genauigkeit ist und Empfindlichkeit ist auch für eine Fußgänger Online Navigation ausreichend.

FM Radio

verfügbar, auch mit Sendername aber ohne RDS Infos

BT Empfänger/Sender

Bluetooth 4.0

Sensoren, Fingerprint Id, Akustik, Bedienkomfort

Sensoren

Hier ist eine der Klasse (Outdoor)  unangepasste Ausstattung vorhanden. Nur drei Sensoren verrichten ihre Arbeit. Mindestens einen Magnetkompass wäre der Klasse angepasst gewesen, schwache Leistung.

  • Accelerometer
  • Näherungssensor
  • Umgebungslichtsensor

Sprachqualität

Die Sprachqualität während des Gespräches war ausreichend. Beide Gesprächspartner bestätigten die Verständlichkeit. Die Klangqualität der Freisprecheinrichtung ist ausreichend und neigt auch bei großer Lautstärke nicht zum „Kratzen“.

Klangqualität Headset Ausgang

sehr gut

Klangqualität Lautsprecher

ausreichende Qualität, auch laut genug

Nachrichten/Status-LED

Überraschung, es gibt tatsächlich eine, die rot oder grün leuchtet und darüberhinaus sogar konfigurierbar ist. Rot ist allerdings der Ladekontrolle vorbehalten.

 

Tasten/ Fingersensor

Der Fingersensor sitzt rückseitig und arbeitet schnell und zuverlässig. Die bei Outdoor Smartphones oft anzutreffende Beleuchtung der Touch Keys ist nicht vorhanden, auch findet man keine Hardware Tasten, die die Funktionen der Touch Tasten übernehmen könnten. Eine Unterwasserbedienung, wie in den Hochglanzprospekten des Herstellers dargestellt, ist also utopisch. Der Ein-/Ausschalter und die Lautstärkewippe bedienen sich gut. Da wackelt oder klappert nichts in der Führung.

Software/ Launcher/ UI (User Interface)

HOMTOM nutzt ein sehr pures Android 6.0 ohne Bloatware und mit einen einfachen Launcher. Die Oberfläche lässt sich ohne Ruckeln flüssig bedienen. Wichtige Apps sind vorinstalliert und mittels Play Store lassen sich auch weitere problemlos installieren. Ein App Drawer ist nicht vorhanden.  Nicht alle Menus sind ins Deutsche übersetzt.

Gestensteuerung

vorhanden

OTA (Firmware update Over The Air) und Sicherheit

Auch dieser Hersteller bietet die Möglichkeit die Firmware Aktualisierung via Internet durchzuführen. Noch erhält man automatisch bei einer WLAN Verbindung eine Nachricht über eine anstehende Firmware Aktualisierung. Zum Zeitpunkt der Review überraschte mich auch ein OTA.

Sicherheit

Eine Prüfung mit Kaspersky war unauffällig.  Die MMS Angreifer Lücke ist geschlossen.

 

Die Kamera(s)

Die Hauptkamera arbeitet mit einem nativen 8MP Chip. Welcher genutzt wird, hängt sehr vom aktuellen Batch ab, denn in den Kernel sind gleich 3 unterschiedliche integriert.

Für die Slefie Kamera verwendet HOMTOM einen nativen 1,9MP Chip. Genau wie in der Hauptkamera ist nicht genau zu sagen, welcher wohl jeweils im gelieferten Modell eingesetzt wird

Jedenfalls sind diese 1.9MP Chips GC2365/GC2355 in den Kernel kompiliert.

Diese Features kennt die Kamera

  • Autofokus
  • Serienaufnahmen
  • Digitaler Zoom
  • Geotagging
  • Panorama
  • HDR
  • Touch Fokus
  • Gesichtserkennung
  • Weißabgleich-Einstellungen
  • ISO-Einstellungen
  • Belichtungskorrektur
  • Selbstauslöser
  • Szenenmodus

Video-EIS ist vorhanden, eine elektronische Bildstabilisierung für die Kamera gibt es nicht. Der Fokus arbeitet gut und schnell.

In der Galerie findet man genügend Bearbeitungsoptionen für bereits aufgenommene Fotos.  Durch den Zugriff auf die exif-Informationen der Dateikann man z.B. Drehen, Zuschneiden, Löschen. Über die Anzahl der verwendeten Linsen schweigt sich der Hersteller aus.

Für Schnappschüsse taugt die Kamera allemal. Beurteilt es bitte selbst.

Selfie


Fazit:


Trotz IP68 Klassifizierung durch den Hersteller nur bedingt unter Wasser zu gebrauchen. Robustes Outdoor Smartphone mit soliden Leichtmetall Rahmen aber ohne Kompass. Mit Handschuhen oder unter Wasser nicht bedienbar, dafür aber mit guten Signaleigenschaften und nutzbarer Schnappschusskamera. 


Was gefällt

  • gutes GPS
  • Gesten
  • gefälliges Gehäuse
  • USB On-The-Go
  • gute Signalempfindlichkeiten
  • nutzbare Kamera
  • kein Hybridschacht
  • Gorilla Glas
  • Message LED
  • gutes Display

Was nicht jeden gefällt

  • umständliches Handling beim Einlegen und Wechseln der Speicherkarten und SIMs

Was nicht gefällt:

  • Touch Tasten funktionieren nicht unter Wasser
  • kein Kompass
  • magische Anziehungskraft auf Fingerspuren

Das HOMTOM HT20 kann man im Online Handel für reichlich 100€ + Versand beziehen.

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