DOOGEE Mix 2 Test – 18:9 randloses 5.99 inch Helio P25 Smartphone im Review

Im Newsbereich bereits angekündigt und nun bei uns zu einem Test auch eingetroffen… Eines der unzähligen Mix 2 Geräte, diesmal vom chinesischen Hersteller Doogee…

 

Der Überblick

  • Das Doogee Mix 2 verwendet ein 5.99 Inch FHD+ IPS 18:9 von AU Optronics Display mit einer Auflösung von 1080 x 2160 Pixel und einer Pixeldichte von 403 ppi.
  • Das Besondere ist ein 18:9 (2:1) Format und eine in den Ecken leicht abgerundete Anzeige.
  • Eine nicht genauer spezifizierte 2.5D Corning Gorilla Glasdeckschicht schützt das Display vor Beschädigung.
  • Das Display wird von einem Metallrahmen umgeben und die Rückseite ist ebenfalls mit einer Glasschicht belegt. Allerdings sind sowohl vorne als auch hinten werksseitig jeweils noch Schutzfolien aufgezogen, deren Ränder deutlich erkennbar sind und nicht zur Schönheit des Smartphones beitragen.
  • Im Inneren werkelt ein schaumgebremster MediaTek Helio P25 (MT6757CD) Chipsatz, der eine geclusterte 8 Kern CPU (4x 2392MHz, 4x 1690 MHz ARM Cortex-A53) und eine nur mit 900 MHz getaktete Dual-Core GPU (ARM Mali-T880 MP2) nutzt.
  • Die Kapazität des nicht entnehmbaren Li-Ion Akkumulators wird durch den Hersteller mit 4060mAh angegeben. Dieser kann mit dem beigefügten MediaTek Pump Express Plus 2.0 kompatiblen Stecker Schnellladegerät (5V, 2A) in reichlich 2.5h vollständig aufgeladen werden.
  • Auf der Rückseite des Gerätes gibt es eine Dual Kamera, die mit einem 16 Megapixel Omnivision OV16880 Sensor und einen nicht näher ermittelbaren 13MP Sensor, einem F/2.2 Objektiv, Phasendetektions-Autofokus und LED-Dual-Blitz arbeitet.
  • Auch die Selfie- Kamera arbeitet als Dual CAM. Gemäß HCT Device Dump arbeitet diese mit zwei 8MP Sensoren (OV8856 & GC8024) und einer Blende von F/2.8.
  • Ein 6GB LPDDR4X, Double-Channel RAM @1600MHz und 64GB großer interner eMMC Speicher werden als Speicher genutzt. Letzterer ist mittels einer MicroSD-Speicherkarte erweiterbar.
  • Ausgeliefert wird es mit einem geringfügig modifizierten Userinterface, basierend auf Android 7.1.1, unterstützt 4G LTE Cat. 6 Netzwerke, 2.4/5GHz a, b, g, n, Wi-Fi Hotspot, Wi-Fi Direct, Bluetooth 4.0 und einem Navigationssatelliten Empfänger (GPS, GLONASS). Alle in Deutschland genutzten 2G, 3G und 4G Netzwerkbändern werden unterstützt.
  • Das Doogee Max 2 verfügt über zwei Nano SIM-Steckplätze. Wahlweise kann an Stelle einer der beiden SIMs auch eine microSD-Karte genutzt werden. Dabei geht dann aber die Dual-SIM-Standby Eigenschaft verloren.
  • Neben den drei Standard Sensoren (Beschleunigungs-, Licht- und Näherungssensoren) gehören zusätzlich auch Sensoren für lineare Beschleunigung, Schwerkraft, Rotation, Gyroskope Sensor und Magnetometer zur Standardausrüstung.
  • Als Besonderheiten gibt es eine Fingerprint ID, deren Sensor sich auf der Rückseite befindet und eine Identifikationsmöglichkeit via Gesichtserkennung.
  • Auf Gesturing und einen Message LED verzichtet der Hersteller.

Parameter unter kritischem Blick


Der Vergleich

Im Überblick hier mal ein paar Messwerte im Vergleich zu Smartphones mit ähnlichem SoC. Interessant ist der Vergleich mit dem Elephone P8. Beide erzielen mit dem schaumgebremsten Helio P25 recht gute Performance Werte. Gut vergleichbar ist auch der Messwert des Akkutests. Wenngleich durch das etwas größere Display des Mix 2 trotz größerer Akkukapazität nicht etwa die Bäume in den Himmel wachsen. Bezüglich Displayhelligkeit nehmen sich das P8 und Mix 2 nicht viel. Da fehlen 100lm um mit dem Bluboo S1 mitzuhalten. Das spürt man auch bei der Benutzung beider im Freien. Ergo: Das Doogee Engineering liefert zu mindestens bezüglich Performance ein gutes Ergebnis ab.


Die Verarbeitung

Die Verarbeitung des Doogee Mix überzeugte nicht. Zwar klappern die Tasten nicht in der Führung, sind aber kantig und fühlen sich irgendwie nicht gut an. Das gilt auch für die in den Metallrahmen eingelassenen Antennenstreifen. Makroaufnahmen zeigen des weiteren Bearbeitungsspuren und Klebereste am/im Rahmen. Die Besonderheit ist natürlich die gute Nutzung der Oberfläche durch das Display. Eine gewisse Eleganz verleihen die umlaufenden abgerundeten Kanten. Aber schon die leicht gekrümmten Ober- und Unterseiten sind gewöhnungsbedürftig. Auch ist das Mix 2 schwerer als es auf den ersten Blick aussieht. Zu allen Überdruss ist es auch reichlich 20g schwerer als durch Doogee angegeben. Die schwarze Vorderseite wirkt auch nicht sehr harmonisch, denn die Dual-Selfie Kamera. schaut mit zwei unterschiedlichen “Augen” ins Gesicht. Zusätzlich legt der Hersteller ein Hardcase mit ins Zubehör, vermutlich um die doch empfindliche spiegelnde Rückseite besser zu schützen. Mit gewogenen 222g ist es ziemlich schwer. Liebhaber der Dual SIM Standby Technik müssen auf die, unter Android 7 vorhandene flexible Speichererweiterung mittels microSD Karte verzichten, denn es existieren nur zwei Plätze, 2 x Nano SIM oder 1x Nano SIM und 1 x microSD Karte.


Das Display

Gemäß Herstellerangaben wird ein 5.99 Inch FHD+ IPS 18:9 von AU Optronics Display mit einer Auflösung von 1080 x 2160 Pixel und einer Pixeldichte von 403 ppi verwendet. Bedeckt wird das Display mit einer 2,5D gebogenen Deckschicht. Die auf der Basis des AnTuTu Videotests durchgeführten Messungen bestätigten nur mittelmäßige Helligkeitswerte die aber in der Praxis noch für eine ausreichende Erkennbarkeit des Displays sorgen. Zu Bedenken ist allerdings auch, dass die Pixeldichte von 403 ppi dieses 6 Zoll FHD+ Displays nicht besser als bei einem 5.5” FHD Display ist. Natürlich sind mit bloßen Auge bei normalen Betrachtungsabstand keine Pixel erkennbar. Auch beim genauen Hinschauen ist kein Clouding erkennbar. Die automatische Helligkeitssteuerung arbeitet ausreichend stufenlos.
Die Messwerte wurden mit einem Luxmeter bei voller Helligkeit des Displays und den Testbildern des AnTuTu Display Test gemessen. Ein hoher Wert ist besser, nicht aber bei schwarz. Da wären 0 Lux ideal.
Das Display wird mit 61Hz angesteuert. Mit den 10 Fingern Touch Screen lässt sich der Touch komfortabel bedienen. Dieses Handy unterstützt auch die drahtlose Übertragung des Displays, sprich Miracast.

Unser Testgerät hat eine Spitzenhelligkeit von 425cd/m2, was immerhin auf dem Niveau des Elephone P8 und des UMI Plus E liegt, aber deutlich dunkler als die des Bluboo S1 ist.

Der AnTuTu Videotest

Keine Sorge, die Anzahl der voll funktionsfähigen Codecs  (Tabelle) liegt auch beim Mix 2 auf dem Niveau der genannten Vergleichsmuster, also die meisten herkömmlichen Videos sind problemlos abspielbar.


Die Performance – Speicher – System

Der beim Mix 2 verwendete MediaTek Helio P25 ist ein ARM-basierter Prozessor mit 8 Kernen. Dieser nutzt in zwei Cortex-A53-Clustern jeweils unterschiedliche Taktfrequenzen von 4x 2392MHz und 4x 1690MHz. Dem SoC steht eine leistungsfähige ARM Mali-T880 900 MHz Dual-Core Grafikeinheit zur Seite. Mit der schaumgebremsten  MT6757CD Version des SoCs erreicht man eine klassische Mid-Range-Performance. Surfen, Videos schauen, lesen und die meisten Spiele funktionieren performant. Allerdings ist es auch bei großer Arbeitslast gelegentlich zum „Nachdenken“ gezwungen.

Dagegen ist das Doogee Mix 2 nahezu verschwenderisch mit einem 6GB Dual-Channel LPDDR4X RAM @1600MHz ausgestattet. Damit kann man schon eine Menge Apps parallel im Speicher lassen ohne an die Grenze der Leistungsfähigkeit zu stoßen.  Dazu gesellt sich ein 64GB großer eMMC Speicher, der mittels einer MicroSD Speicherkarte noch bis zu 256GB erweitert werden kann.

Als Tester fühlt man sich verpflichtet diese Dinge zu messen und quantitativ darzustellen. Letztendlich hängt “gut” oder “böse” aber stark von den Nutzungsgewohnheiten und Wünschen des Käufers ab. Hohe Messwerte sind eher mehr ein Indiz dafür, ob es auch anspruchsvollen 3D Spielen gewachsen ist oder viele Anwendungen im Arbeitsspeicher bleiben und diese dann auch zügig gestartet werden können. Aber auch bei geringeren Werten kommt es eher selten vor, dass dieses in der Bedienung der UI deutlich wird.

Die Messwerte kann man aus der Tabelle entnehmen.


Der Akku

Die oft gestellte Frage “Wie gut oder wie schlecht ist der Akku”?

Zunächst auch bei diesem Smartphone die Fakten: Der Hersteller gibt 4060mAh als Nennkapazität für den internen Li-Polymer an, allerdings nicht bei welcher Spannung.  Die Messungen beim Wiederaufladen nach einer Totalentleerung zeigten allerdings, dass mit konstanten 5V nur etwa 3600mAh nachgeladen werden können, also sollte die Akkukapazität bei etwa 18Wh liegen. Bei Nutzung des beigefügten Stecker Schnellladegerät (5V  2A Schnellladegerät) konnte das Gerät nach Entleerung in reichlich 2h aufgeladen werden.

Die Messung mit dem sehr praxisnahen Akku Tests (WORKBENCH) brachte dann auch das erwarte Ergebnis (vergleiche auch Tabelle).


Die Empfänger

Das Doogee Mix 2 ist mit einer Dual SIM Schublade ausgestattet, wobei in einem Steckplatz wahlweise an Stelle einer Nano SIM auch eine microSD-Karte im Hybridslot verwendet werden kann. Das Gerät arbeitet mit 2G GSM (850/900/1800/1900MHz),  3G WCDMA (900, 2100MHz) und 4G FDD-LTE (Band 1/3/7/8/20) Netzwerkbändern. Die 4G-Up- und Downlink-Geschwindigkeit entspricht Cat. 6. Die Anrufqualität und Signalempfindlichkeit sind gut, weder mit der Wi-Fi-Verbindung noch bei anderen unterstützten Verbindungsarten existieren gravierende Probleme. FDD-LTE Band 8 und Band 20 werden unterstützt. Es unterstützt Dualband Wi-Fi 802.11 a / b / g / n, Wi-Fi Hotspot, Wi-Fi Direct, Cast-Display, Bluetooth 4.0. Alle Verbindungen arbeiten ausreichend empfindlich. Es verfügt über einen USB-Port Typ C, welcher auch OTG unterstützt. Um ein Headset zu verwenden, bedarf es des mitgelieferten USB Adapters, da keine 3,5-mm-Buchse vorhanden ist. Das Satellitenpositionierungssystem verarbeitet GPS- und GLONASS Signale. Die Empfindlichkeit und Genauigkeit des Satellitenempfängers sind gut. Bei freier Sicht lag die Genauigkeit bei ca.  1-2 Metern. Der FM Empfänger ist gut empfindlich und das RDS liefert auch digitalen Infos.


Akustik

Lautsprecher

Dieser ist an der Unterseite hinter dem rechten Lautsprechergitter platziert. Dadurch verdeckt man diesen auch leicht beim Abspielen von Videos im Querformat. Die Klangqualität ist mittelmäßig, sehr flach. Um genügend Lautstärke zu erhalten, sollte unbedingt in den Einstellungen die Option „BesLoudness“ (Lautstärkeanhebung für den Lautsprecher) aktiviert bleiben (Standard). Damit klingt der Lautsprecher lauter als im Vergleich ohne diesen Enhancer.

Die Sprachqualität während des Gespräches ist gut. Ich höre die anderen und sie hören mich gut verständlich. Die Klangqualität der Freisprecheinrichtung ist ausreichend und neigt auch bei großer Lautstärke nicht zum „Kratzen“.


Bedienung (UI) – Betriebssystem – Apps

Es werden ausblendbare on-screen Tasten verwendet. Die Lautstärkewippe und der Ein-/Ausschalter haben deutliche Druckpunkte und klappern nicht in der Führung. Für den Fingerabdrucksensor stehen neben dem Entsperren des Displays, noch weitere Navigationsfunktionen des Launchers zur Verfügung. Das Wake up des Displays via Double Tap und Gesten ist nicht möglich.

Das Doogee Mix 2 kommt mit Android 7.1.1 Nougat ohne wesentlichen Modifikationen an Bord daher. Es enthält alle gängigsten Google Anwendungen, die Standard Android- und einige andere beliebte Apps. Das ETWS (Erdbeben und Tsunami-Warnsystem) ist vorhanden und lässt sich in den Systemeinstellungen konfigurieren. Die sehr nahe am Standard vom Android 7.1.1 liegende Benutzeroberfläche (UI) hat einen App Drawer, kennt aber kein Querformat. Die Oberfläche lässt sich ohne Ruckeln flüssig bedienen.

OTA (Firmware update Over The Air) und Sicherheit

Auch dieser Hersteller bietet die Möglichkeit die Firmware Aktualisierung via Internet durchzuführen. Man erhält automatisch bei einer WLAN Verbindung eine Nachricht, falls eine anstehende Firmware Aktualisierung vorhanden ist.

Sicherheit

Eine Prüfung mit Kaspersky war unauffällig. Die User Partition ist standardmäßig verschlüsselt.  Falls konfiguriert, kann das Entsperren des Displays via Fingerprint ID mittels des Fingerabdrucksensors oder Gesichtserkennung erfolgen.


Die Kamera(s)

Gemäß den Angaben des Herstellers werden sowohl für die Front- als auch für die Rückkamera Dual CAMs genutzt. Der Wahn wird auch bei diesem S8+ Clone nicht beendet. Besser wäre es, sich auf eine stabile und gute Qualität einer jeweiligen einfachen Kamera zu konzentrieren.

Betrachte man den HTC Device Dump kommen leise Zweifel an den Angaben von Doogee.

Demzufolge nutzt die Hauptkamera einen 16MP Omnivision OV16880 (used main), allerdings wäre auch an Stelle des OV der Samsung S5K3P3 möglich (supported). Angabe zum zweiten Chip findet man nicht, denkbar wäre der 0,3MP gc0310. Ein anderer ist jedenfalls nicht in den Kernel kompiliert. Was auch nachdenklich stimmt ist, dass der verwendete P25 SoC eigentlich nur 13MP CAMs unterstützt. 

Für die Front Kamera wird der GalaxyCore GC8024 assistiert entweder vom OminiVision ov8856 oder Hynix HI846, wobei der OV im HTC Dump als unsupported markiert ist.

Alles sehr kurios und undurchsichtig. Am besten man beurteilt es an Hand der Bildqualität.

Die Kamera App hat alle erforderlichen Grundfunktionen. Da lohnt sich ein Blick in das Video.

Bitte beurteilt die Qualität der Aufnahmen selbst.


Fazit

Dieser Samsung S8+ Clone hinterlässt auf dem ersten Blick einen optisch gefälligen Eindruck, der jedoch bei unserem Testgerät durch mangelnde Verarbeitungsqualität etwas getrübt wurde. Das stolze “Boddy-to-Screen” Verhältnis lässt das Smartphone zunächst sehr filigran erscheinen. Nimmt man es dann in die Hand, sind die 222g dann deutlich zu spüren. Störend wirken leider auch die vom Werk aus aufgezogenen Folien hinten und vorn mit ihren deutlich sicht- und fühlbaren Kanten.
Beeindruckend sicher funktionierte die Identifikation durch Gesichtserkennung über die beiden Front Cams. Auch muss man bei einem Selfie das Smartphone nicht wie beim großen Vorbild etwa drehen. Absolut Spitze ist auch das gut funktionierende GPS. Eine großzügige Ausstattung mit Sensoren und Speicher gehört auch zu den angenehmen Dingen. Die Displayhelligkeit kann allerdings kann nicht vollends überzeugen und dass man auf eine Notifikations-LED verzichten muss, enttäuscht dann doch etwas.

Pro:

  • “Out of the box” Smartphone
  • gute Performance
  • FHD+ Display
  • genaues und empfindliches GPS
  • Gesichtserkennung
  • Corning Gorilla Beschichtung
  • großzügige Sensorausrüstung einschließlich Kompass
  • großzügige Speicherausstattung
  • USB On-The-Go

Was nicht gefällt:

  • schlechte Verarbeitungsqualität
  • mittelmäßig helles Display
  • Firmware Instabilität
  • Fingerabdruck Empfindlichkeit
  • Stark reflektierende Beschichtung
  • keine Message LED

Das Phone wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Dieser empfiehlt das Phone für reichlich 250€ in diesem Ali-Shop zu kaufen.

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